ITIL wieder nur ein neuer Hype ?
Der
Alltag eines Informatikleiters hat sich in den letzten 10 Jahren stark
verändert. Vor einer Dekade noch konnte der Informatikverantwortliche alleine
über die Informatikleistungen verfügen
und entscheiden, welche Vorhaben er unterstützen wollte.
Heute
werden die IT-Dienstleistungen zunehmend in einer integralen Prozesslandschaft
eingebettet.
Es gilt
die Versprechen der Informatik nach Effizienz und Kosten-Reduktion zu
erfüllen.
ITIL
(Information Technologie Infrastructure Library ) kann an diesem Punkt
wertvolle Verbesserungen für Sie liefern.
ITIL
beschreibt ein systematisches, professionelles Vorgehen für das Management von
IT-Dienstleistungen, in deren Mittelpunkt die wirtschaftliche Erfüllung der
Unternehmensanforderungen steht.
Als das
ITIL-Projekt Ende der 80er Jahre begonnen wurde, gab es keine umfassende
Grundlage für die wirtschaftliche und zweckmäßige Einbringung von IT Services.
Doch klar war, dass Kosten reduziert und die Qualität der IT-Dienstleistungen
verbessert werden musste.Experten, Berater und erfahrene Praktiker erarbeiteten
mit der CCTA (Central Computer und Telecommunications Agency) die
Verfahrensweisen des IT Service Managements, die heute als „Best Practices“ in
ITIL dokumentiert sind.
Was ist ITIL
ITIL ist
ein Regelwerk, das die IT-Leistungen transparenter und messbar macht. Es
beschreibt eine systematische Vorgehensweise für den Betrieb und das Management
der IT und Ihrer Dienstleistungen. Die wichtigsten Prozesse sind im
„Service-Support-Set“ und im „Service-Delivery-
Set“
zusammengefasst. Beide Sets definieren eine Reihe von Prozessen, Rollen und Gestaltungselementen
sowie Funktionen und Verantwortlichkeiten, die eine IT-Abteilung erfüllen
sollte. Die im Service-Support-Set enthaltenen Prozesse beschreiben die in
einer IT-Organisation permanent anfallenden Tätigkeiten auf der operationalen
Ebene. Diese Basis- und Leistungsprozesse beschreiben die Basis. Hierzu gehören
die Disziplinen Incident-, Problem-, Change-, Configuration- und Release-Management.
So werden beispielsweise über das Incident-Management Störungen, Aufträge und
Anfragen an zentraler Stelle (Service-Desk) entgegengenommen, klassifiziert und
beschrieben. Über einen Identifizierungsprozess lassen sich Störungen, soweit ihre
Ursache nicht eindeutig ermittelbar ist, in bestimmte Problemklassen unterteilen,
die dann im Problem-Management einen Lösungsprozess über verschiedene Service-Level-Ebenen
durchlaufen. Die Änderung wird im Change- Management abgehandelt. Die IT-Infrastruktur-Objekte
und deren Veränderungen werden als „Configuration Items“ im
Konfigurations-Management beziehungsweise in der „Configuration Management
Database“ (CMDB) dokumentiert. Dort lässt sich auch nach verfolgen, welche
Aktivitäten wann erfolgt sind. Prüfung, Freigabe und Rollout von Hardware oder
Softwarekomponenten erfolgen im Release-Management.
Das
Service-Delivery-Set hingegen umfasst die Disziplinen Service-Level-, Finanz-,
Kapazitäts-, Verfügbarkeits- und Continuity-Management. Dabei handelt es sich
also um die taktische Ebene der Planung und Steuerung von IT-
Leistungen.
Ferner beschreibt dieses Set, wie die kundengerechte Bereitstellung der
Dienstleistungen erfolgen sollte. Hierzu vereinbaren die IT-Abteilung und ihr
Kunde individuelle Service-Level-Agreements. Die einzelnen Prozesseinheiten
beider Sets stehen untereinander in vielfältigen Wechselbeziehungen. So
entstehen transparente, standardisierte und vor allem messbare IT-Leistungen.
Diese können sich zum Beispiel im automatischen Austausch von
Verbrauchsmaterialien und Verschleißteilen äußern, der immer dann in Aktion
tritt, wenn ein vorher definierter Status erreicht wurde. Hierzu ließe sich
etwa ein Workflow im Service-Management-System hinterlegen, der den Prozess
anstösst. Wie die einzelnen Serviceprozesse aussehen, ist je nach Unternehmen
verschieden Inhalte und Prozesse werden im Rahmen einer ITIL-konformen IT-Landschaft
standardisiert. Entscheidend für das Verständnis von ITIL ist der Charakter
einer „Philosophie“. Die Bücher beschreiben Inhalte, Prozesse und Ziele
innerhalb der IT-Organisation (das Was), aber nicht die konkrete Umsetzung (das
Wie). Die Ausgestaltung der Prozesse liegt im Ermessen des IT-Managements und
berücksichtigt die Anforderungen einer jeden IT-Organisation.
So wurde
ITIL, die einzige umfassende Verfahrens-Bibliothek
in diesem Bereich, was sie zum weltweiten
De-facto-Standard gemacht hat.
Folgende Vorteile können
Sie mit der Einführung von ITIL erreichen:
·
Hohe
Kundenzufriedenheit durch bessere Kommunikation der Kunden mit den IT- Mitarbeitern
·
Höhere
Produktivität durch den gezielten Einsatz von Wissen und Erfahrung
·
Weniger
Aufwand bei der Entwicklung von Prozessen, Prozeduren und Arbeitsanweisungen
·
Die
Grundlage für eine QM-Systematik im IT Service Management
·
Niedrigere
Personalfluktuation durch höhere Mitarbeiterzufriedenheit
Aufschlussreich ist die
Erfahrung aus den Projekten zur Einführung von ITIL. Dabei hat sich gezeigt,
dass ITIL
·
Keine
umsetzungsreife Vorgabe ist
·
Nicht
die einzige und genau so zu implementierende Lösung ist
·
Keine
Bibel ist
Das existierende Umfeld ist immer zu berücksichtigen.Orientierung
an ITIL, wo sinnvoll und notwendig.
Eine der persönlichen
Erfahrungen die mich bei der Einführung von ITIL immer wieder motivieren, ist die
positive Aussage von den Anwendern und der Geschäftsleitung.
·
„Die
Servicequalität am HelpDesk hat sich stark verbessert“
·
„Die
Verfügbarkeit hat sich wesentlich erhöht“
·
„So
schnell hätten wir ein Verbesserung nicht erwartet“
Wichtig bei und nach der
Einführung ist die wiederkehrende Kontrolle der Prozesse und ihrer Wirksamkeit.
Nur so kann ein dauerhafter Erfolg garantiert sein.
Abschliessend kann ITIL
nicht als Hype bezeichnet werden, sondern als Commodity
geführt werden.
Buchnachweis:
ITIL Service Support ITIL
Service Delivery
ISBN 0113300158 I SBN
0113300174